01 1066 in den Eisenbahnwerkstätten Krefeld GmbH (EWK)

Mitte März 2014 zeigt sich in den Eisenbahnwärkstätten Krefeld GmbH (EWK) folgendes Bild mit unserer Schnellzugdampflokomotive 01 1066. Wir gehen in einem Bilderbogen um und unter die Lokomotive.

Die 01 1066 schaut auf ihre Radsatzgruppe. Im Vordergrund ist die zweite Treibache zu erkennen mit ihren Achsschenkeln und der Antriebskurbel für die Schwingenstange des Mitteltriebwerkes.

Die Sonne scheint durch die Speichen der gewaltigen Treibräder. Doch bald schon ist die Zeit der Ruhe für die Radsätze vorbei. Der Termin zur weiteren Bearbeitung naht.

In Kürze wird der Lack ab sein! Die Radsterne werden im weiteren Verlauf der Untersuchungsarbeiten sandgestrahlt und einer Rissprüfung unterzogen.

Die geheimnisvolle Inschrift der Instandsetzung: Im Januar 1969 wurde im Ausbesserungswerk Braunschweig dieser Kuppelzapfen unter 86 Tonnen Pressdruck in den Radstern gefügt.

Hier fehlt doch etwas ganz Wesentliches. Es ist der vordere Zughaken. Er hat seinen angestammten Platz für immer verlassen. Ihm wird nun ein jünger Kollege folgen, an dem der Zahn der Zeit noch nicht genagt hat.

Filigran und zerbrechlich ist die Anmutung einer Schnellzulokomotive ganz ohne die gewaltigen Treibräder. Der Blick wird nun frei auf die fielen Anbauteile und den Barrenrahmen, der sonst hinter den Radsätzen und Treibstangen verborgen bleibt.

Im Zentrum wo die Kräfte wirken. Die Achsausschnitte sind bei einer Schnellzulokomotive hoch belastet. Aus diesem Grund haben die Eisenbahnwerkstätten an allen beanspruchten Rahmenteilen die Lackierung entfernt und eine intensive Prüfung durchgeführt, um alle eventuellen Schädigungen aufzuspüren.

In den nächsten Wochen wird sich das Schuppentor für die Räder öffnen und sie treten ihre Reise zum Prüfen und profilieren an. Derzeit werden hierfür in Krefeld noch einige besondere Vorrichtungen gefertigt, die für diese Arbeitsschritte erforderlich sind.

Noch ist es ruhig auf dem Führerstand. Aber in Kürze wird auch hier ein geschäftiges Treiben einsetzen, wenn wieder einmal eine ganze Charge in die Jahre gekommene Stehbolzen der Bauart „Skoda“ erneuert wird. Erstaunlich ist hingegen, dass sich die Stehbolzenbauarten der Deutschen Bundesbahn durch äußerste Haltbarkeit auszeichnen. Ein Grund für uns, sich von den „Skodabolzen“ endgültig zu verabschieden.

Vor dem Führerhaus liegt ausgebaut u. a. eine linke Kuppelstange. Sie ist scheinbar weit herumgekommen. Ursprünglich für die 01 1091 gebaut ist sie im Rahmen des Tauschkreislaufes in den Ausbesserungswerken irgendwann an die 01 1066 gelangt und hier verblieben.

Die Stempelungen am Stangenkopf stehen für linke Seite (L), das Jahr der Herstellung (1958), die interne Qualitätskontrolle des Herstellers (Rechteck mit abgerundeten Ecken und der Zahl 17), das Firmenzeichen des Herstellers Henschel und Sohn (der unverkennbare Henschelstern), sowie der Abnahmestempel der Bundesbahn (das geschwungene E mit dem Kurzzeichen der Prüfstelle).

Eine Verschraubung von ganz besonderer Bedeutung. An ihr hängt der Drehzapfen des Drehgestells. Es bereitete für die Aktiven des HDS ein hartes Stück Arbeit, die angesammelte Schmutzschicht aus Bremsstaub, Öl und Dreck zu entfernen und die Kontur der Bauteile wieder freizulegen. Nun können die Eisenbahnwerkstätten mit der Begutachtung dieses Fahrwerkteils beginnen.

Die Schraubenkupplung liegt ausgebaut zwischen der Lokomotive und der Radsatzgruppe.

Der Barrenrahmen, trotz seiner Ausführung aus 100mm dickem Stahl, wirkt er dank seiner vielen Ausschnitte transparent und leicht.

Dies ist eine Halterung für ein Sandfallrohr.

Diese beiden Hebel sorgen für Sicherheit. Wir befinden uns unter der Lokomotive und schauen auf den Stehkessel, davor befinden sich die großen Bremszylinder und darunter die ausgehängten Übertragungshebel, die die Kolbenkraft über die Bremswelle unter entsprechender Verstärkung in das Bremsgestänge einleiten.

Huckepack. Der Rahmen des Lokomotivdrehgestells gönnt sich über das Wochenende eine kleine Auszeit, bevor es in der kommenden Woche zum Dampf- und anschließend zum Sandstrahlen geht.

Zwei Drehgestelle unter sich. Selten ergibt sich eine derart schöne Gegenüberstellung zwischen einem Reisezugwagendrehgestell (Bauart Görlitz 3 leicht) und einem wiegenlosen Tenderdrehgestell einer Dampflokomotive.

Text: Patrick Schönenberg, Bilder: Burkhard Pick

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